Morihei Ueshiba

Der Ursprung des Aikido

Aikido wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Morihei Ueshiba aus traditionellen japanischen Kampfkünsten entwickelt. Die Harmonisierung (Ai) des Ki, ein Begriff, der vereinfacht mit Lebenskraft und Atmung erklärt werden kann, hat die Wiederherstellung der Harmonie zum Ziel. Einem Angriff wird nur so viel Energie entgegen gesetzt, wie benötigt wird, um durch eine geschickte Körperdrehung de n Angriff ins Leere laufen zu lassen.

Gegebenenfalls wird der Angreifer mittels einer Wurf- oder Hebeltechnik von der Sinnlosigkeit seines Tuns überzeugt. Körperkraft und Gewicht spielt dabei keine Rolle. Eine zierliche Frau kann einen körperlich überlegenen Mann ohne weiteres überwinden.


Kenji Shimizu und Morihei Ueshiba

Tendoryu-Aikido

In den Jahren 1962 bis 1969 war Kenji Shimizu einer der letzten Uchi-Deshi („persönliche Schüler“) des Aikido-Begründers Morihei Ueshiba und lehrte das Aikido in seiner reinsten Form kennen. Er lernte zunächst Judo bis zum 4. Dan und wandte sich dann dem Aikido zu, das sein Lebensinhalt wurde. Nach dem Tod des großen Lehrers begründete Shimizu Sensei Anfang der siebziger Jahre die Aikido-Stilrichtung Tendoryu. Tendoryu zeichnet sich durch große, klare Bewegungen aus und überzeugt durch Natürlichkeit und harmonischen Bewegungsfluss. Seit 1978 kommt Shimizu regelmäßig nach Europa, vor allen nach Deutschland. Im Gegenzug besuchen ihn seine Schüler regelmäßig im Tendokan in Tokio, um dort weiter Aikido zu studieren. In letzter Zeit wird Shimizu Sensei auf seinen Reisen von seinem Sohn Kenta begleitet, der ihn aktiv auf den Lehrgängen unterstützt. Enge Kontakte bestehen zu Dojos in Belgien und den Niederlanden, Frankreich und Dänemark. Gemeinsame Lehrgänge werden mittlerweile regelmäßig durchgeführt und erfreuen sich großer Beliebtheit.
Mehr als 40 Jahre liegen zwischen den letzten beiden Bildern. Kenji Shimizu und Kenta Shimizu.

Ten Do

Die Kalligraphie Ten Do setzt sich den beiden Zeichen Himmel (Ten) und Weg (Do) zusammen.

Dabei hat Ten Do mehre Bedeutungen:

  • – der klare Weg,
  • – der Himmelsweg oder himmlischer Weg,
  • – die Geburtsstadt von Shimizu Sensei.

Bei dem Künstler und Zenpriester, der diese Zeichen 1983 in je einem durchgehenden Zug spontan zu Papier gebracht hat, handelt es sich um den in Japan sehr bekannten Taiki Shino. Er war Abt des berühmten Zentempels und Klosters Daitokuji in Kyoto. Die außerordentlich ausdrucksstarke und kraftvolle Darstellung der Zeichen lässt nicht erkennen, dass Taiki Shino sie im Alter von 84 Jahren geschrieben hat. Wie Shimizu Sensei erzählt, kam es auf Vermittlung eines Freundes seines Schwiegervaters 1983 zu einem Treffen und sehr anregenden, mehrstündigen Gespräch über Aikido, das Taiki Shino dann zu diesem Shodo-Werk inspirierte. Die Zeichen geben etwas von der explosiven Kraft und der Stärke des Budo wieder.